Hans Waider (1915 - 1944)

Hans Waider wird 1915 als Sohn des Diamantschleifers Fritz Waider und seiner Frau Lina in Hanau geboren. Als Jugendlicher befreundet er sich mit den jüdischen Brüdern Willi und Robert Eisenstädt. Hans Waider verliebt sich in Marta, die gleichaltrige Schwester seiner beiden Freunde. 1938 bringt Marta Eisenstädt den gemeinsamen Sohn Heinz auf die Welt.

Nach den Nürnberger „Rassengesetzen“ vom September 1935 darf Hans Waider die Mutter seines Kindes aber nicht heiraten, weil sie Jüdin ist. Als er 1941 als Soldat zur Luftwaffe eingezogen wird, macht er sich große Sorgen um das Schicksal von Marta und seinem Jungen. Das Paar verabredet, dass sich Mutter und Kind im Gartenhaus der Eltern Waider verstecken, wenn Gefahr droht.

Als ihre gesamte Familie deportiert werden soll, verlässt Marta Eisenstädt der Mut zum Untertauchen. Sie schließt sich mit dem kleinen Heinz ihrer Mutter und den Geschwistern an. Am 30. Mai 1942, während Hans Waiders Abwesenheit, werden sie alle nach Lublin im deutsch besetzten Polen verschleppt und später ermordet. Nur Martas Bruder Robert kann aus dem KZ Majdanek flüchten und sich im Juli 1942 wieder nach Frankfurt am Main und Hanau durchschlagen. Dort versteckt er sich in verschiedenen Quartieren.

Im Dezember 1942 kommt Hans Waider von der russischen Front auf Heimaturlaub nach Hanau. Als er erfährt, dass Marta und sein Sohn sich nicht im Versteck befinden, sondern verschleppt worden sind, ist er verzweifelt. Der Soldat bietet nun Robert Eisenstädt seine Hilfe an. Er schenkt ihm seine Lederstiefel, gibt ihm zu essen und besorgt ihm falsche Wehrmachtpapiere. Danach muss Hans Waider zu seiner Einheit zurückkehren. Er hat den Krieg nicht überlebt.
Hans Waider
Foto: Privatbesitz

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