Entstehung der Gedenkstätte Stille Helden

Seit den 1990er Jahren wuchs das öffentliche Interesse an den Lebensgeschichten von Menschen, die während der NS-Diktatur verfolgten Jüdinnen und Juden halfen.

Angeregt von der Vereinigung „Gegen Vergessen – Für Demokratie” gab es zwischen 1997 und 2002 unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Wolfgang Benz am Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin das Forschungsprojekt „Rettung von Juden im nationalsozialistischen Deutschland 1933–1945”. Auch Filme wie „Schindlers Liste” und zahlreiche Publikationen verstärkten das Interesse am Thema.

Unter der maßgeblichen Beteiligung der Zeitzeugin und Publizistin Inge Deutschkron entwickelte sich seit 1999 aus einem Projekt von Studierenden das Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt in Berlin-Mitte, Rosenthaler Straße 39. Hier arbeiteten während der Zeit des Nationalsozialismus hauptsächlich blinde und gehörlose Jüdinnen und Juden unter dem Schutz des Bürstenfabrikanten Otto Weidt (1883–1947).

Nach vielfältigen Bemühungen, auch durch den damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau, konnte 2004 der Gebäudekomplex in der Rosenthaler Straße 39 mit Mitteln des Bundes und der Stiftung Klassenlotterie Berlin erworben werden. Es sollte nicht nur das Museum Blindenwerkstatt Otto Weidt ausgebaut, sondern auch eine zentrale Gedenkstätte „Stille Helden” errichtet werden.

Mit der inhaltlichen und organisatorischen Vorbereitung wurde im April 2005 die Gedenkstätte Deutscher Widerstand beauftragt. Basierend auf den Forschungsergebnissen des Zentrums für Antisemitismusforschung und in Kooperation mit diesem bereitete das »Projekt Stille Helden« die Dauerausstellung vor. Am 27. Oktober 2008 wurde die Gedenkstätte eröffnet. 

Die Gedenkstätte Stille Helden befand sich von 2008 bis 2017 in der Rosenthaler Straße 39 in Berlin-Mitte. Im Februar 2018 wurde sie nach ihrem Umzug im räumlichen Zusammenhang mit der Gedenkstätte Deutscher Widerstand neu eröffnet.

 

 

Innenhof der Rosenthaler Str. 39, Standort der Gedenkstätte Stille Helden bis 2017

Innenhof der Rosenthaler Str. 39, Standort der Gedenkstätte Stille Helden bis 2017

Inge Deutschkron und Eugen Herman-Friede bei der Eröffnungsveranstaltung der Gedenkstätte Stille Helden am 27. Oktober 2008 im Berliner Rathaus

Inge Deutschkron und Eugen Herman-Friede bei der Eröffnungsveranstaltung der Gedenkstätte Stille Helden am 27. Oktober 2008 im Berliner Rathaus

Blick in die neue Dauerausstellung 2018  © Gedenkstätte Stille Helden

Blick in die neue Dauerausstellung 2018