Stille Helden – Widerstand gegen die Judenverfolgung in Europa 1933 bis 1945

Unmittelbar nach der Machtübernahme durch die National­sozialisten am 30. Januar 1933 beginnt die Ausgrenzung, Diffamierung und Entrechtung der deutschen Jüdinnen und Juden. Sie wird seit 1938 auf alle deutsch besetzten Gebiete ausgeweitet. 1941 fällt die nationalsozialistische Führung den Entschluss zum Massenmord an den europäischen Jüdinnen und Juden. Ihm fallen bis 1945 rund sechs Millionen Menschen zum Opfer. Die meisten von ihnen werden erschossen oder mit Giftgas in Vernichtungsstätten in den deutsch besetzten Gebieten Polens ermordet.

Überall in Europa versuchen Jüdinnen und Juden, sich der Deportation und der Ermordung zu entziehen. Gelingen kann dies meist nur mit Hilfe von Menschen, die bereit sind, die Ver­folgten zu unterstützen. Unter Gefährdung der eigenen Person beschaffen diese „stillen Helden“ Lebensmittel und falsche Papiere, leisten Fluchthilfe, stellen Quartiere zur Verfügung oder verstecken die Verfolgten bei sich. Dabei besteht ständig die Gefahr des Verrats und der Entdeckung. Die Flucht in den Untergrund und die Rettung von Verfolgten angesichts des Massenmords an den europäischen Jüdinnen und Juden ist Teil des Widerstands gegen den Nationalsozialismus.

Viele ergreifen selbst die Initiative zur Hilfe. Andere werden zu Retterinnen und Rettern, weil sie von Verfolgten gezielt um Unterstützung gebeten werden. Weltanschauliche und politische Motive sind hier ebenso von Bedeutung wie spontanes Mit­gefühl. Häufig entwickeln sich im Verlauf von Rettungsversuchen Netzwerke von Helferinnen und Helfern. Viele Hilfsaktionen scheitern jedoch.

Die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem hat bis heute mehr als 27.000 Frauen und Männer für diese Hilfsaktionen als „Gerechte unter den Völkern“ geehrt.

In Deutschland widmet sich die Gedenkstätte Stille Helden der Erinnerung an jene Menschen, die sich der tödlichen Bedrohung entzogen, und an jene, die ihnen dabei geholfen haben.