Die unverheiratete Emma Haamel arbeitet seit 1908 im Haushalt des jüdischen Ehepaares Martin und Eva Ehrlich in Berlin. 1936 stirbt der frühere Reichsbahnbeamte Martin Ehrlich. Obwohl Emma Haamel nun als Putzfrau bei der Firma Osram arbeitet, bleibt sie weiterhin mit Eva Ehrlich und ihrem 1921 geborenen Sohn Ernst Ludwig (Lutz) in der Levetzowstraße im Bezirk Tiergarten wohnen.
Ende Februar 1943 wird Eva Ehrlich deportiert; ihr Sohn kann im letzten Moment untertauchen. Nach seiner Flucht wird Emma Haamel von der Gestapo nach seinem Verbleib gefragt, doch sie behauptet, seinen Aufenthaltsort nicht zu kennen.
Schließlich muss Emma Haamel die Wohnung in der Levetzowstraße räumen. Sie zieht in das Haus ihrer Cousine in der Windscheidstraße in Charlottenburg, wo sie als Portiersfrau arbeitet. Zwei- bis dreimal übernachtet Lutz Ehrlich dort und erhält Lebensmittel von ihr. Weitere Aufenthalte wären zu gefährlich gewesen, da er in dieser Gegend aufgewachsen und deshalb bekannt war. Im Juni 1943 gelingt Lutz Ehrlich die Flucht in die Schweiz. Nach dem Krieg besucht er Emma Haamel mehrfach in ihrer Geburtsstadt Wittenberge an der Elbe.
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