1933 tritt die Ärztin Mathilde Stoltenhoff in die NSDAP ein, um ihre private Nervenklinik in Dresden weiterführen zu können. Nach dem Krieg wird ihr von jüdischen und nichtjüdischen Zeug*innen bescheinigt, sie habe damit verfolgten Patient*innen helfen wollen.
1939 lässt sich die geschiedene Mutter von zwei Töchtern in Berlin-Lichterfelde als praktische Ärztin nieder. Zu ihrem Bekanntenkreis gehören Regimegegner, unter ihnen Alois Florath. Auf seine Bitte hin nimmt Dr. Stoltenhoff 1944 einige Monate die Jüdin Susanne Meyer auf, die der Ärztin im Haushalt und in der Praxis hilft. Unermüdlich kümmern sich die Frauen um die vielen durch Luftangriffe Verletzten. Bei Alarm kann Susanne Meyer nicht in öffentliche Luftschutzkeller mitgehen, sondern muss allein im Keller des Einfamilienhauses ausharren. Deshalb kehrt sie nach einiger Zeit zu ihren früheren Helfer*innen nach Kagar in Brandenburg zurück.
1979 wird die Ärztin, inzwischen verheiratete Herbst, auf Veranlassung von Susanne Veit (früher Meyer) mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.
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