Eva Ronsfeld geb. Sieburg

geb. 27. Juni 1911 in Hannover
Verfolgte*r und Helfer*in
Fotografie: Foto von Eva Aronsfeld geb. Sieburg auf dem Antrag auf Anerkennung als „Opfer des Faschismus“, 1945

Eva Sieburg gilt während des Nationalsozialismus als „Mischling 1. Grades“, da ihre Mutter Jüdin ist. Sie muss deshalb ihr Studium abbrechen und kann auch ihren Wunsch, Filmdramaturgin zu werden, nicht realisieren. Stattdessen arbeitet sie als Angestellte bei verschiedenen Firmen. Der Versuch, mit ihrer Mutter am 1. Oktober 1939 nach Australien zu emigrieren, scheitert wegen des Kriegsausbruchs.
Am 9. Januar 1943 wird Sieburg bei einer Suchaktion der Gestapo in der Sybelstraße 13 in Berlin-Charlottenburg zusammen mit der dort lebenden jüdischen Familie Rosenthal verhaftet und wegen „Judenbegünstigung“ vier Wochen lang im Lager Große Hamburger Straße festgehalten. Nach ihrer Freilassung wird sie im Februar 1943 von einem Amtsleiter denunziert und für „politisch unzuverlässig“ erklärt. Wie sie in einem Lebenslauf aus der Nachkriegszeit angibt, verkehrten in ihrer Wohnung viele Jüdinnen und Juden, weshalb mehrmals Haussuchungen stattfanden und sie von der Gestapo verhört wurde. Ab Januar 1945 wird sie im Baugewerbe als Arbeiterin dienstverpflichtet.
Nach Kriegsende kann Eva Sieburg ihren jüdischen Freund Paul Aronsfeld heiraten. Beide sind beim Berliner Rundfunk tätig und nennen sich ab 1950 Ronsfeld.

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