Im Alter von etwa 20 Jahren zieht Selma Mandel von Wien nach Berlin zu ihrem Onkel, dem Konsul Guttmann, wo sie zunächst als Erzieherin in verschiedenen Familien beschäftigt ist, aber auch Büroarbeiten in diversen Firmen verrichtet.
1923 heiratete sie den nichtjüdischen Oberbaurat Max Seifert. Ihre Ehe gilt später als „privilegierte Mischehe“. Nach dem Tod ihres Mannes im Februar 1942 setzt die Verfolgung ein. Sie wird denunziert, weil sie zunächst ohne die Kennzeichnung durch den gelben Stern ihre Wohnung verlässt.
Als die 71-jährige Jüdin eines Tages im März 1942 von einem Ausgang zurückkommt, findet sie ihre Wohnung versiegelt vor. Nur durch Zufall ist sie ihrer Deportation entgangen. Sie flüchtet sich nun zu Bekannten und hält sich künftig „illegal“ außerhalb Berlins in Rehfelde auf. In ihrem in der Nachkriegszeit verfassten Bericht nennt sie die Namen ihrer Helfer*innen nicht.
Nach der Befreiung muss sie feststellen, dass ihr Haus in Berlin-Steglitz durch Bomben zerstört worden ist und alle Verwandten gestorben oder ermordet worden sind.
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