Alice Löwenstein geb. Hirschfeld

geb. 5. Juli 1883 in Hamburg – gest. 17. September 1960 in New York City
Verfolgte*r
Fotografie: Alice Löwenstein, Göttingen 1946

Das jüdische Ehepaar Löwenstein lebt in Berlin-Wilmersdorf. Seit Jahren gelähmt, vergiftet sich Hermann Löwenstein Ende Dezember 1941, um der Deportation zu entgehen. Als seine Witwe Ende Mai 1942 deportiert werden soll, taucht sie „mit Hilfe von guten Freunden“ unter, wie sie nach dem Krieg angibt. Im März 1943, als ihre Lage immer aussichtsloser wird, unternimmt Alice Löwenstein bei Richard Noack in Brandenburg einen Suizidversuch, der scheitert.
Auf ihrer weiteren Flucht kommt sie nach Braunschweig, wo sich Sanitäter ihrer annehmen. Im Dezember 1943 wird sie in eine „Heil- und Pflegeanstalt“ in Göttingen eingewiesen, ohne dass ihre jüdische Herkunft bekannt geworden ist. Nach einigen Monaten vertraut sie sich dort dem Oberarzt Dr. Krätzschmer an. Er, sein Kollege Dr. Haddenbrock und die Oberin Helbig versprechen Löwenstein, sie nicht an die Gestapo auszuliefern. Sie schützen sie bis zur Befreiung. 1947 kann Alice Löwenstein in die Schweiz ausreisen, von wo sie 1948 nach New York emigriert.

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