Ernst Leitz Jr. übernimmt nach dem Tod seines Vaters das Familienunternehmen Leitz. Die Firma entwickelt optische Geräte und seit den 1920er-Jahren die Kleinbildkamera Leica. Er ist Demokrat und Mitglied der Republikschutzorganisation Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold. 1941 tritt Leitz der NSDAP bei, um das Unternehmen vor einer Übernahme durch die Nationalsozialisten zu schützen.
Die Firma Leitz gilt als kriegswichtig. Ernst Leitz nutzt seine Handlungsspielräume und schützt jüdische Angestellte seiner Firma vor der Verfolgung, indem er sie in Filialen in England und den USA versetzt. So können sie mit ihren Familien Deutschland verlassen. Insgesamt hilft er bis zu 80 Personen bei der Ausreise oder unterstützt verfolgte Jüdinnen und Juden finanziell.
Seine Tochter Elsie Kühn-Leitz hilft 1943 der Jüdin Hedwig Palm bei der Flucht über die Schweizer Grenze. Der Versuch scheitert und die Gestapo nimmt Elsie Kühn-Leitz in Haft. Mit Hilfe von Kontakten und Bestechung erwirkt Ernst Leitz die Freilassung seiner Tochter.
Ernst Leitz wird 1952 mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. 2007 erhält er posthum den Courage to Care Award der Anti-Defamation League.
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