Chaim Hass

geb. 29. September 1875 in Halicz – gest. 7. März 1960 in London
Verfolgte*r
Fotografie: Chaim Hass, vor 1939

Chaim Hass wächst in einer jüdischen Bauernfamilie in Halicz (heute Halytsch, Ukraine) auf. Er macht eine Ausbildung zum Kaufmann und zieht 1896 nach Berlin. Nachdem er seinen Militärdienst abgeleistet hat, lässt er sich dort als Kaufmann nieder und heiratet Cina Glueckmann. Das Paar bekommt zwei Kinder. Chaim Hass eröffnet eine Firma mit mehreren Fabriken. 1935 stirbt seine Ehefrau, zwei Jahre später heiratet er Elsa Raphael. Als Jude ist er in den 1930er-Jahren von der Enteignung durch die Nationalsozialisten betroffen. Er verliert seine Firma. Im September 1939 wird Hass festgenommen, misshandelt und nach zwei Wochen mit einem Leistenbruch entlassen. Seine Familie emigriert Ende der 1930er-Jahre nach England, doch er bleibt in Berlin. Aus Angst vor der Deportation taucht Chaim Hass im Januar 1942 unter und hält sich unter dem Namen Karl Gottschalk an wechselnden Orten auf. Er verrichtet auch einige Hilfsarbeiten. Einer Aufforderung, sich polizeilich zu melden, kommt er nicht nach. Stattdessen bewirbt er sich Anfang 1943 auf eine Stelle als Wachmann auf einem abgelegenen Landgut. Er überlebt den Krieg und emigriert nach England.

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