Alice Cohn beginnt 1930 in Breslau eine Schreinerlehre. Sie ist die erste Frau in der Breslauer Handwerkerinnung. 1933 wird sie als Jüdin aus dem Verband ausgeschlossen und muss ihre Ausbildung abbrechen. Ab 1934 arbeitet sie als Grafikerin und betreibt ein kleines Reklameatelier, bis sie 1936 in die Niederlande flieht. Hier malt sie Kinoplakate und arbeitet als Designerin.
Nach dem Einmarsch deutscher Truppen in den Niederlanden wird sie auch hier verfolgt. Sie lebt in ständiger Angst vor einer Festnahme. Im Mai 1943 befreit sie die dreijährige Lonnie Lesser aus dem Sammellager in Amsterdam. Cohn ist mit den Eltern des Kindes befreundet. Sie fälscht für sich selbst Papiere und verkleidet sich als Krankenschwester. So kann sie das Kind aus dem Lager holen und in einer Pflegefamilie unterbringen. Sie selbst taucht in Utrecht unter. Dort schließt sie sich dem Utrechter Kinderkomitee an. Die Widerstandsgruppe versteckt jüdische Kinder und versorgt Jüdinnen und Juden mit gefälschten Papieren. Als Fälscherin arbeitet sie Ausweise um und fälscht Unterschriften.
Nach dem Krieg arbeitet sie als Werbegrafikerin und entwirft Spielzeug. 1947 heiratet sie Rudolf Bermann und zieht nach Liechtenstein.
Erklärung zur Barrierefreiheit