Frieda (Friedel) Schmidt wird in Metz im damals deutschen Teil Lothringens geboren. Nach dem Ersten Weltkrieg zieht die Familie nach Jena. Friedel Schmidt genießt eine weltoffene Erziehung und wird Opernsängerin. Sie ist gläubige Katholikin. 1937 heiratet sie Paul Herbert Lemser. Mit ihren drei Kindern leben sie in Neumühle bei Greiz.
Die Lemsers sind mit den Künstler*innen Grete und Fritz Körner befreundet. Grete Körner gilt nach den Nürnberger „Rassengesetzen“ als Jüdin, ihre Ehe als „Mischehe“. 1942 wird ihr Sohn Friedrich geboren und evangelisch getauft. Friedel Lemser ist seine Taufpatin und nimmt ihn zeitweise, später dauerhaft bei sich auf, um ihn zu schützen. Lemsers Ehemann ist als Soldat an der Front. Später bringt sie noch einen französischen Zwangsarbeiter und dessen Freundin im Haus unter. Heimlich hört sie den britischen Rundfunksender BBC, was unter Strafe steht.
Im Januar 1945 wird Grete Körner in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Friedrich Körner bleibt bis zum Kriegsende bei Friedel Lemser. Im Juli 1945 kehrt Grete Körner aus Theresienstadt zurück und holt ihren Sohn bei ihr ab. Auch nach dem Krieg bleiben sie in Kontakt. Herbert Lemser kehrt nicht mehr aus dem Krieg zurück.
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