Gertrud Leupold und ihr Mann, der evangelische Organist und Komponist Anton Wilhelm Leupold, leben in Dahlewitz in Brandenburg. 1912 bekommen sie einen Sohn. Gertrud Leupold ist Sängerin und Gesangslehrerin. Obwohl sie zum evangelischen Glauben übergetreten ist, wird sie 1933 wegen ihrer jüdischen Herkunft aus der Reichsmusikkammer ausgeschlossen und kann ihren Beruf nicht mehr ausüben. 1938 gelingt ihrem Sohn Ulrich die Emigration in die USA.
Die Ehe der Leupolds gilt als „privilegierte Mischehe“. Obwohl ihr Mann 1940 stirbt, muss Gertrud Leupold daher keinen gelben Stern tragen. Im Januar 1944 soll Leupold jedoch zur Deportation abgeholt werden. Da sie gerade einen Gottesdienst besucht, trifft die Gestapo sie nicht zuhause an.
Am Abend rät ihr ein guter Freund, Pastor Günther Brandt, sofort die Wohnung zu verlassen und nach Potsdam zu kommen. Gertrud Leupold flüchtet nur mit einer Handtasche aus dem Haus. Für die 68-jährige Witwe beginnt eine Odyssee durch viele Verstecke in verschiedenen Orten im Deutschen Reich, darunter Stuttgart, Weimar, Pasewalk und Poberow (heute Pobierowo, Polen).
Die Befreiung erlebt sie in Potsdam. Bald danach emigriert sie zu ihrem Sohn nach Kanada.
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