Lucie Strewe wächst in Hilders bei Fulda in einer gutbürgerlichen Familie auf. 1905 zieht sie nach Frankfurt am Main und schließt sich dort der Frauenbewegung der Suffragetten an. Sie heiratet 1909 den Chinaexperten Theodor M. Strewe und lebt mit ihm ab 1910 in China. Dort kommen auch die beiden gemeinsamen Söhne zur Welt. 1922 kehrt die Familie nach Berlin zurück. Die Strewes lehnen das NS-Regime strikt ab. Während ihr Ehemann politisch eine konservative Haltung einnimmt, sympathisiert Lucie Strewe mit dem Gedankengut von Karl Marx.
Durch Jüdinnen und Juden in ihrem Freundeskreis erlebt Lucie Strewe deren Ausgrenzung und Verfolgung. Befreundet ist sie auch mit der jüdischen Familie Scherek. Josef Scherek vermittelt sie Unterkünfte und nimmt ihn selbst bei sich auf. Lucie Strewes Ehemann reist in dieser Zeit häufig dienstlich ins Ausland. Darüber, dass Scherek Jude ist, wird Stillschweigen bewahrt. Lucie Strewe unterstützt noch weitere Verfolgte beim Untertauchen, wie das jüdische Ehepaar Hedwig und Bernhard Oschinsky.
Lucie Strewe wird 1966 als „Unbesungene Heldin“ geehrt. Die mit der Auszeichnung verbundene finanzielle Zuwendung nimmt sie nicht an.
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