Lina Kahane lebt mit ihrem Mann Jacob, einem Kaufmann, und zwei Kindern in Berlin. Als Mitglied der KPD flieht ihr Sohn Max bereits 1933 nach Prag. Im September 1942 müssen Jacob und Lina Kahane untertauchen, Ende Februar 1943 auch ihre Tochter Jenny. Ständig sind sie auf der Suche nach neuen Verstecken, bis im November 1943 ihr Quartier bei einem Bombenangriff getroffen wird.
Hilfesuchend wenden sie sich an Gerhard Hagemann, der als Finanzprüfer im Bischöflichen Ordinariat in Berlin tätig ist. Mit seiner Frau Wally und sechs Kindern lebt er in Havelberg, 100 Kilometer nordwestlich von Berlin. Hagemanns haben die jüdische Familie bereits früher mit Lebensmitteln unterstützt und für den Notfall weitere Hilfe angeboten. Ohne zu zögern nehmen die gläubigen Katholik*innen Kahanes nun bei sich auf.
Mithilfe von Gerhard Hagemann kann sich Jacob Kahane in Havelberg als „ausgebombter Berliner“ ausgeben. Er und seine Familie erhalten daraufhin „arische“ Papiere und Lebensmittelkarten. Ihnen wird sogar eine Ersatzwohnung in unmittelbarer Nähe der Hagemanns zugewiesen. Nach der Befreiung kehrt Familie Kahane nach Berlin zurück.
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