Ruth Winkelmann geb. Jacks

geb. 8. September 1928 in Berlin
Verfolgte*r
Fotografie: Passfoto Ruth Jacks im OdF-Ausweis, Berlin 1946

Ruth Jacks wohnt mit ihrer jüngeren Schwester Esther und ihren Eltern in Hohen Neuendorf bei Berlin. Ihr Vater Hermann ist Jude, die Mutter Elly ist bei der Heirat zum Judentum übergetreten. Die Ehe der Eltern wird im Frühjahr 1942 zwangsweise geschieden. Elly Jacks muss mit den Töchtern ausziehen. Sie finden eine Wohnung in Berlin-Prenzlauer Berg. Ruth Jacks besucht die jüdische Schule bis im Juni 1942 alle jüdischen Schulen geschlossen werden. Ab September 1942 leistet die 14-Jährige Zwangsarbeit in einer Uniformfabrik.
Im März 1943 wird der Vater in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Etwa zur selben Zeit werden auch Ruth und Esther Jacks in das Sammellager Große Hamburger Straße gebracht. Ihre Mutter beharrt darauf, sie seien „Mischlinge 1. Grades“. Tatsächlich schafft sie es, die Mädchen herauszuholen.
Danach haben Elly Jacks und ihre Töchter ständige Angst vor Razzien in ihrer Wohnung. Ein Bekannter der Mutter, Leo Lindenberg, stellt ihnen seine Gartenlaube in Berlin-Wittenau zur Verfügung. Esther Jacks stirbt im Frühjahr 1945 an Diphterie. Ruth und Elly Jacks überleben in der Wittenauer Laube.
1949 heiratet Ruth Jacks Karl-Heinz Winkelmann.

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