Paul Rosin

geb. 9. Juli 1894 in Luckenwalde – gest. 1. November 1976 in Luckenwalde
Helfer*in
Fotografie: Passfoto von Paul Rosin, angeheftet an seinen Antrag als „Opfer des Faschismus“, Luckenwalde, um 1940

Paul Rosin besitzt seit 1937 die Gaststätte „Zur kleinen Hütte“ in Luckenwalde. Mit seiner Frau Ida hat er drei Kinder. Im September 1943 bittet Hans Winkler den Gastwirt darum, Fancia Grün zeitweise bei sich aufzunehmen. Er erwähnt aber nicht, dass sie Jüdin ist. Rosin willigt ein und stellt Fancia Grün zudem kurzzeitig als Serviererin ein.
Ende 1943 kann die Widerstandsgruppe Gemeinschaft für Frieden und Aufbau Paul und Ida Rosin für eine Mitarbeit gewinnen. Sie spenden der Gruppe einhundert Reichsmark sowie Lebensmittel. Auf der Suche nach Unterstützern spricht er potenzielle Regimegegner an. Sein Lokal wird zum zentralen Treffpunkt der Mitglieder: Hier entwickeln sie Strategien zur Hilfe für verfolgte Jüdinnen und Juden und entwerfen Flugblätter, die zum passiven und aktiven Widerstand gegen das NS-Regime aufrufen.
Am 17. Oktober 1944 wird Paul Rosin verhaftet und kommt ins Gefängnis Plötzensee. Gemeinsam mit Winkler und anderen Mitgliedern der Widerstandsgruppe wird er vor dem „Volksgerichtshof“ angeklagt wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“, „Feindbegünstigung“ und „Wehrkraftzersetzung“. Paul Rosin erlebt das Kriegsende in Haft und kehrt zurück nach Luckenwalde.

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