Günter Naumann

geb. 16. Februar 1922 in Luckenwalde – gest. 6. September 2018 in Luckenwalde
Helfer*in
Fotografie: Günter Naumann, Luckenwalde, um 1943

Günter Naumann arbeitet in der Metallwarenfabrik seines Vaters in Luckenwalde. Sein Elternhaus ist sozialdemokratisch eingestellt. Im Zweiten Weltkrieg wird Naumann zur Wehrmacht eingezogen, aber schon nach kurzer Zeit mit einer Verwundung entlassen.
Anfang 1944 fragt ihn der Gaststätteninhaber Paul Rosin, ob er sein Abzugsgerät zur Verfügung stellen und damit Flugblätter der Widerstandsgruppe vervielfältigen würde. So wird Günter Naumann in die Aktivitäten der Gemeinschaft für Frieden und Aufbau einbezogen. Er nutzt das Chaos während der Luftangriffe, um unbemerkt große Mengen der Druckschriften herzustellen. Zudem versteckt er das untergetauchte Ehepaar Gertrud und Arthur Joachim aus Berlin bei sich.
Günter Naumann wird am 19. Oktober 1944 verhaftet. Er gehört zu den Mitgliedern der Gruppe, die im Februar 1945 vom Oberreichsanwalt beim „Volksgerichtshof“ angeklagt werden. Man wirft ihm „Vorbereitung zum Hochverrat“, „Wehrkraftzersetzung“ und „Feindbegünstigung“ vor. Sein letzter Haftort ist das Potsdamer Landgerichtsgefängnis. Am Tag des geplanten Prozesses, dem 23. April 1945, besetzt die Rote Armee die Stadt, und Günter Naumann kommt frei.

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