Die Berliner Journalistin und Schriftstellerin Ruth Andreas-Friedrich wohnt mit ihrer Tochter Karin in Berlin. Sie ist mit dem Musiker und Dirigenten Leo Borchard liiert. Er bezieht eine Wohnung im gleichen Haus.
Die immer schärfer werdenden antisemitischen Maßnahmen des NS-Regimes beobachtet das Paar mit wachsender Sorge. Nach den Novemberpogromen 1938 treffen sie sich erstmals heimlich mit gleichgesinnten Freund*innen. Sie planen Widerstandsaktionen und beraten, wie sie jüdischen Verfolgten helfen können. Die Gruppe nennt sich später „Onkel Emil“.
Ab 1942 unterstützt die Gruppe „Onkel Emil“ untergetauchte Jüdinnen und Juden. Sie beherbergen die Verfolgten, besorgen ihnen Quartiere und Lebensmittel und organisieren gefälschte Ausweispapiere. Auch setzen sie sich für politische Gefangene ein und helfen bei der Betreuung ihrer Familien. Im Herbst 1942 kommt Ruth Andreas-Friedrich mit Angehörigen des „Kreisauer Kreises“ in Kontakt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg zieht Ruth Andreas-Friedrich nach München. 2002 wird sie von der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem posthum als „Gerechte unter den Völkern“ geehrt. In Berlin-Steglitz trägt seit 2021 eine Grünfläche ihren Namen.
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