Der litauische Beamte Juozas Rutkauskas ist mit einer Deutschen verheiratet und hat drei Kinder. 1941 ziehen seine Frau und die Kinder nach Deutschland. Rutkauskas bleibt in Vilnius. Er leitet das Büro für Melde- und Passangelegenheiten im nahegelegenen Rudamina. Er nutzt seine Position und stellt für im Ghetto Wilna (Vilnius) internierte Jüdinnen und Juden gefälschte Papiere her. Viele Verfolgte verrichten außerhalb des Ghettos Zwangsarbeit. Rutkauskas bietet ihnen seine Hilfe an. Auch für Cecilia Gradis besorgt er eine gefälschte Kennkarte. Damit gelingt ihr die Flucht nach Wien.
Seine jüdische Bekannte Anna Ran unterstützt Rutkauskas beim Verteilen der Dokumente im Ghetto. Ihr selbst gibt Rutkauskas den Ausweis seiner Tochter Margarita und meldet diesen bei der Polizei als verloren. So gelingt Ran die Flucht. Anfang 1944 wird Rutkauskas festgenommen und im Lukiškės-Gefängnis inhaftiert. Er überlebt die Haft nicht.
1996 wird Juozas Rutkauskas von der Gedenkstätte Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“ anerkannt.
Erklärung zur Barrierefreiheit