Der Volksschullehrer Walter Rieck tritt 1918 in die SPD ein. Im März 1923 wird er Rektor einer reformpädagogischen Schule in Berlin-Wedding. Ab 1925 ist Rieck Stadtrat für Volksbildung. 1933 wird er vor dem Ende seiner Amtszeit als Stadtrat und auch als Rektor beurlaubt. Nach dem SPD-Verbot vom Juni 1933 wird ihm das Mandat entzogen und die Tätigkeit als Bezirksverordneter verboten. Im Herbst entlässt ihn die Schulbehörde aus politischen Gründen aus dem Schuldienst. Rieck arbeitet nun als Hausverwalter und Geschäftsführer eines Kinos. Er wird von der Gestapo beobachtet und mehrere Male verhört.
1939 kann sein Freund Martin Deutschkron nach England fliehen. Walter und Jenny Rieck unterstützen dessen Frau Ella und die Tochter Inge, die zurückbleiben müssen. Als die beiden Frauen Ende 1942 untertauchen, können sie sich weiter auf Riecks Unterstützung verlassen. Walter Rieck findet für sie immer wieder neue Verstecke, und er ist der Verbindungsmann zwischen ihnen und ihren weiteren Helfern.
Nach dem Krieg wird Rieck wegen seiner Hilfe für Ella und Inge Deutschkron von der Jüdischen Gemeinde zu Berlin geehrt. 1971 wird er zudem von Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“ anerkannt.
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