Harald Poelchau

geb. 5. Oktober 1903 in Potsdam – gest. 29. April 1972 in Berlin
Helfer*in
Fotografie: Harald Poelchau, um 1938

Harald Poelchau wächst als Sohn eines Pfarrers in Schlesien auf. Er studiert Theologie und soziale Arbeit. 1928 heiratet er Dorothee Ziegele und lebt mit ihr in Berlin, wo auch der gemeinsame Sohn Harald Stephan zur Welt kommt.
Ab April 1933 arbeitet Poelchau als Gefängnispfarrer in Berlin-Tegel und später in weiteren Haftanstalten wie Plötzensee. Er ist entschiedener Gegner des Nationalsozialismus. Als Gefängnispfarrer begleitet er auch viele von den Nationalsozialisten zum Tode verurteilte Häftlinge. Er nutzt seine Arbeit, um Gefangene heimlich mit Nahrungsmitteln zu versorgen und Nachrichten an deren Mithäftlinge und Angehörige zu übermitteln.
Ab 1941 unterstützt er Jüdinnen und Juden dabei unterzutauchen. Mit seiner Frau nimmt er Verfolgte in der gemeinsamen Wohnung auf, vermittelt Verstecke und organisiert gefälschte Papiere. Unterstützung erhält er nicht nur von Dorothee Poelchau und seiner langjährigen Freundin Gertie Siemsen, sondern auch aus seinem großen Bekanntenkreis. Poelchau hat außerdem Kontakte zu der Widerstandsgruppe „Onkel Emil“ und schließt sich 1941 dem „Kreisauer Kreis“ an.
Harald Poelchau wird am 30. November 1971 als „Gerechter unter den Völkern“ geehrt.

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