Konrad Latte

geb. 5. Mai 1922 in Breslau – gest. 21. Mai 2005 in Berlin
Verfolgte*r
Fotografie: Konrad Latte, um 1954

Konrad Latte erfährt von seiner jüdischen Herkunft erst in der Schule. Bald muss er auf eine jüdische Schule wechseln. Er will Musiker werden und nimmt Orgelunterricht in Breslau. Ab 1941 leistet er Zwangsarbeit in einer Farbenfabrik.
Bei der „Fabrik-Aktion“ 1943 taucht der 20-Jährige mit seinen Eltern Margarete und Manfred unter. Nach ein paar Tagen in Breslau fahren sie nach Berlin.
Dort kann sich die Familie einige Wochen bei der Schauspielerin Ursula Meißner verstecken. Danach vermittelt der Gefängnispfarrer Harald Poelchau ihnen getrennte Unterkünfte.
Anfang Oktober 1943 gerät Konrad Latte in eine Razzia und wird verhaftet. Auch seine Eltern werden festgenommen und bald darauf nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.
Konrad Latte gelingt die Flucht aus dem Sammellager. Poelchau stellt ihm gefälschte Bescheinigungen aus. Ab Frühjahr 1944 kann Latte unter dem Tarnnamen Bauer in ein Wehrmachts-Unterhaltungstheater eintreten. Dort lernt er die Sopranistin Ellen Brockmann kennen. Als im September 1944 alle Theater geschlossen werden, bringt sie Konrad Latte in Bad Homburg unter und gibt ihn als ihren Verlobten aus. Ende April 1945 heiratet das Paar.

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