Anja Herman stammt aus einer russisch-jüdischen Familie. Nach der Russischen Revolution 1917 flieht sie mit ihrem Mann und dem ersten Sohn nach Berlin. Nach der Geburt ihres Sohnes Eugen 1926 lässt sich Anja Herman scheiden und heiratet kurz darauf den Nichtjuden Julius Friede. Die Ehe gilt als „Mischehe“.
Im Februar 1943 wird Anja Friede bei einem Rüstungsbetrieb dienstverpflichtet. Während der „Fabrik-Aktion“ wird sie festgenommen und in das Gebäude der jüdischen Gemeinde in der Rosenstraße gebracht, jedoch nach einer Woche wieder freigelassen. Als ihre Wohnung in Berlin Ende 1943 bei einem Bombenangriff zerstört wird, quartiert sich das Paar in einem Gasthaus in Luckenwalde ein. Im April 1944 zieht Eugen, der seit Ende Januar 1943 untergetaucht lebt, ebenfalls dorthin.
Im Dezember 1944 werden alle drei festgenommen. Nach der ersten Zeit in einem Potsdamer Gefängnis werden sie nach Berlin überstellt. Im Polizeigefängnis am Alexanderplatz nimmt sich Julius Friede vermutlich das Leben. Anja Friede wird am 2. Februar 1945 nach Theresienstadt verschleppt, wo sie die Befreiung erlebt.
Anja Friede heiratet im Herbst 1945 Ernest Wilkan, den sie in Theresienstadt kennengelernt hat.
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