Julius Friede lebt mit seiner Frau Anja und deren Sohn Eugen Herman in Berlin. Wegen der Ehe mit einer Jüdin verliert Friede 1933 seine Arbeit als Handelsvertreter. Er macht sich selbstständig.
Da die Ehe als „Mischehe“ gilt, ist Anja Friede vor der Deportation geschützt, Eugen Herman jedoch nicht. Julius Friede hat ein sehr gutes Verhältnis zu seinem Stiefsohn und trägt entscheidend zu seiner Rettung bei. Als ein Gestapobeamter den 16-Jährigen Ende Januar 1943 auf der Straße schikaniert, hilft Julius Friede seinem Stiefsohn unterzutauchen. Er meldet ihn als vermisst und besorgt ihm eine Unterkunft bei Bekannten. Eugen Herman wechselt mehrmals das Versteck, bevor er im August 1943 zu Familie Winkler nach Luckenwalde bei Berlin kommt.
Im November 1943 ziehen Julius und Anja Friede ebenfalls nach Luckenwalde, um den Bombenangriffen in Berlin zu entfliehen und Eugen näher zu sein. Ab April 1944 versteckt sich auch Eugen Herman bei seinen Eltern im Gasthaus Leonhard, bis sie im Dezember 1944 alle drei festgenommen werden.
Julius Friede stirbt im Gestapo-Gefängnis am Alexanderplatz, vermutlich an einer Überdosis Schlafmittel. Dieses hat er bei der Festnahme unbemerkt einstecken können.
Erklärung zur Barrierefreiheit