Gertrud Horn

geb. 1900 – gest. 1989
Helfer*in
Fotografie: Gertrud Horn, Berlin 1942

Gertrud Horn lebt mit ihrem Mann Ewald und ihrer Tochter Ruth in Berlin-Blankenburg. Ewald Horn führt einen Elektrohandel, die Geschäftsräume befinden sich in der unteren Etage des Hauses.
Die Familie ist gegen das NS-Regime eingestellt. Im Februar 1943 erfahren Gertrud und Ewald Horn von ihren Bekannten, dass ein junger Jude eine Unterkunft benötigt. Ohne Zögern sind sie bereit, den 16-jährigen Eugen Herman zu beherbergen. Die äußeren Umstände sind günstig: Im Haus wohnen keine unliebsamen Nachbarn, und der Garten ist nicht einsehbar.
Gertrud Horn ist jedoch unvorsichtig: Um zu erklären, warum sie mehr zu essen brauchen, als ihnen auf ihre Rationsmarken zusteht, erzählt sie den mit ihr befreundeten Lebensmittelhändler*innen von ihrem Gast, der keine Lebensmittelmarken erhält. Als sie Ende Mai das Milchgeschäft in Blankenburg betritt, hört sie, wie sich Kunden über ihren „illegalen“ Mitbewohner unterhalten.
Eugen Herman muss nun schnell aus Blankenburg verschwinden. Sein Vater Julius Friede holt ihn ab und bringt ihn zu seiner Schwester Grete Rado.
Die Familie Horn wird weder von den Lebensmittelhändler*innen noch von den Nachbar*innen denunziert und bleibt bis Kriegsende unbehelligt.

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