Gerd Ehrlich

geb. 26. Juni 1922 in Berlin – gest. 7. Juli 1998 in Towson, Maryland
Verfolgte*r
Fotografie: Gerd Ehrlich nach seiner Flucht in die Schweiz im Oktober 1943

Gerd Ehrlich leistet Zwangsarbeit bei der Firma Ehrich & Graetz in Berlin. Seine Familie wird im November 1942 nach Auschwitz deportiert. Gerd Ehrlich taucht in Berlin unter. Er nimmt verschiedene Tarnnamen an. Aus Sicherheitsgründen wechselt Ehrlich häufig seine Unterkunft. Eine Zeit lang kommt er bei der Familie Heilmann in Berlin-Kreuzberg unter.
Von anderen Untergetauchten erfährt er von dem Fluchthilfenetzwerk um Luise Meier. Sie ist bereit, seinem Freund Ernst Schwerin, Ernsts Freundin Ruth Michaelis und ihm selbst zu helfen. Anfang Oktober 1943 fahren die drei mit dem Zug nach Singen, unweit der Schweizer Grenze. Um nicht entdeckt zu werden, steigen sie mehrfach um. Von Singen bringt Luise Meier sie zu ihrem Verbündeten Josef Höfler. Der ortskundige Höfler führt die Flüchtlinge zur Grenze bei Ramsen und gibt ihnen genaue Anweisungen, damit die Wachposten sie nicht bemerken. Zur Orientierung dienen ihnen die Lichter der Schaffhauser Grenzgemeinden, denn in der Schweiz wird im Gegensatz zu Deutschland nicht verdunkelt. Etwa einen Kilometer müssen sie meist kriechend zurücklegen, dann gelangen sie am 9. Oktober 1943 abends über die Grenze.
1946 wandert Gerd Ehrlich in die USA aus.

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