Die linksliberale Lehrerin unterrichtet seit 1924 an einem Berliner Mädchengymnasium. Sie engagiert sich gesellschaftlich-sozial und ist mit vielen Demokrat*innen befreundet. Zu Beginn der NS-Zeit soll die Schule nach nationalsozialistischen Vorgaben umgestaltet werden. Dagegen wehrt sich ein Kreis von Lehrerinnen und Schülerinnen, dem Abegg angehört. Als entschiedene Gegnerin des NS-Regimes wird sie 1935 strafversetzt und 1941 zwangspensioniert. Im selben Jahr tritt sie der Religionsgemeinschaft der Quäker bei.
Im Juli 1942 wird eine enge Freundin, eine Christin jüdischer Herkunft, deportiert. Abeggs Hilfsangebote hat sie nicht angenommen. Abegg beschließt, möglichst viele Verfolgte zu retten. Mit ihrer Schwester Julie nimmt sie zwölf Geflohene in ihrer Wohnung in Berlin-Tempelhof auf und vermittelt andere in Verstecke bei Freunden. Regelmäßig versorgt sie Untergetauchte mit Essen, hilft auch mit Geld, beschafft gefälschte Papiere und unterrichtet verfolgte Kinder. Dabei kann sie sich auf Hilfen aus ihrem großen Freundeskreis verlassen.
Für diese Hilfen wird Elisabeth Abegg 1957 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet und 1967 von Yad Vashem als „Gerechte unter den Völkern“ geehrt.
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